So ist Mate am besten: Direkt am Lagerfeuer
Anleitung: Mate mit Freunden

"Vamos a tomar un Matecito“ sagt man unter den Gauchos in Argentinien, Uruguay und Südchile. Mit dabei ist auch der Süden von Brasilien, Paraguay und einige arabische Länder.

Mate-Tee ist ein Nationalgetränk Südamerikas. Die Urbevölkerung sieht die Mate-Blätter seit jeher als gesund und anregend an. Mate-Tee wirkt stimulierend, harntreibend, verdauungsfördernd und appetithemmend.

 

Der Yerbabaum, Ilex paraguaiensis Saint Hilaire, ist ein sechs bis vierzehn Meter hoher Laubbaum mit länglicher Krone, aus der Familie der Stechpalmen. Die Blätter werden nach der Ernte zusammen mit den Stielen nach einem speziellen Verfahren getrocknet, gelagert und später zu Mate-Tee verarbeitet. Je nach Vorliebe werden sie gebrochen, erhitzt, fermentiert oder auch geröstet – so entstehen auch die diversen Mate-Spezialitäten in den verschiedenen Regionen Südamerikas.

Übrigens: Bei den Mate-Tees können nach Belieben Heilkräuter beigemischt werden.

 

Bei der traditionellen Trinkart der Gauchos benötigt man ein Gefäss, eine Bombilla (Röhrchen), die Yerba, warmes Wasser, zwei freie Hände, viel Zeit und nach Möglichkeit gute Gesellschaft.

Der Durchmesser des Gefässes sollte nicht allzu gross sein, 4-7cm, dafür etwas höher. Als Gefässe gibt es, ja nach Geschmack des Besitzers, viele Möglichkeiten. Am weitesten verbreitet ist die Calabaza, eine ausgehöhlte Kürbisart. Doch auch Blechtassen mit 2 Henkeln, gedrechselte Holzgefässe, Bambusrohre, Kuhhörner und Tongefässe werden eigens zum Mate trinken angefertigt. Von ganz schlichten und einfachen Gefässen bis hin zu den Luxusgefässen mit Silber und Edelsteinen verziert ist alles zu finden.

Zum Trinken benutzt man die Bombilla, ein Röhrchen aus Metall welches am unteren Ende ein Sieb hat und das Aufsaugen der Yerba verhindert. Auch bei den Bombillas gibt es viele verschiedene Modelle, von der industriell gefertigten Massenware bis hin zu den handgemachten Einzelstücken aus Alpaca, Silber oder Bambus.

Zubereitung traditionell:
Das Trinkgefäß wird etwa zur Hälfte oder zur 2/3 mit Yerba gefüllt, mindestens so hoch, dass das Sieb der Bombilla ganz in die Yerba eintauchen kann. Die Öffnung wird mit der Innenseite der Hand verschlossen und umgedreht, durch leichtes Schütteln wird die Yerba etwas sortiert, wodurch sich die groben Teile von dem feinen Pulver trennen. Die Yerba wird nun etwas angefeuchtet mit Wasser, danach wir die Bombilla vorsichtig eingesetzt.

Aufgegossen wird nun mit 70 bis 80 °C heißem Wasser (das Wasser darf nicht gekocht haben, sonst wird die Yerba viel schneller geschmacklos). Nun gilt es  sorgfältig an der Bombilla zu ziehen um nicht zuviel heisses Wasser aufs Mal in den Mund zu bekommen. Je kürzer die Bombilla, je heisser das Wasser. Beim ersten Mal kann es sein, dass bittere Feinteile den Weg durch die Bombilla finden. Einige Gauchos spucken deshalb den ersten Mate gleich wieder aus. Das gefüllte Gefäss wird dann traditionell in der Runde herumgereicht. Wer es bekommt darf es leer trinken und gibt es wieder zurück an die Person, die das Wasser serviert. Es ist darauf zu achten, dass die Bombilla immer zu der Person zeigt, an die das Gefäss überreicht wird. Wenn Sie Danke sagen bei der Rückgabe des Gefässes, signalisieren sie damit, dass sie bei der nächsten Runde keinen Mate mehr wollen. So geht das Gefäss immer an die nächste Person, und alle benützen die gleiche Bombilla. Wenn der Mate keinen Geschmack mehr hat, das ist wenn keine Bläschen mehr auf der Oberfläche zu sehen sind und einzelne Blätter oben auf schwimmen, wird das Kraut ausgetauscht.

Diese Art Mate zu trinken nennt man „Amargo„ was soviel bedeutet wie bitter. Wobei der Mate bei jeder Runde etwas schwächer wird. Natürlich gibt es auch den „Frauenmate“ bei welchem Minze oder Heilkräuter oder etwas Zucker oder geraffelte Orangenschale beigemischt wird. Was man jedoch nie tun darf ist: Das Mategefäss oder die Bombilla mit Spülmittel putzen, da steigen nicht nur alle Gauchos aus dem Grab, der Spülmittelgeschmack bleibt auch in der Calebaza oder dem Holz drin hängen.

Tereré

Gleiche Zubereitung wie traditioneller argentinische Mate-Tee. Anstelle von heissem Wasser wird aber entweder kaltes Wasser oder irgendein Fruchtsaft verwendet: Mit Grapefruit- Zitronen-, oder Orangensaft ist das Getränk kalt besonders erfrischend!

 

„Das Wichtigste im Leben sind Mate und ein fröhliches Gesicht – den Rest schaffen wir!“

Redensart der Gauchos in Argentinien

Bueno, vamos a tomar un matecito entonces. A lo mejor con una bombilla artesanal de Ramon.

Weitere Zubereitungsarten für Europäische Teegeniesser:

Mate-Tee wie Grüntee

3 Teelöffel auf 1 Liter nicht kochendes Wasser, 6 - 8 Minuten ziehen lassen. Bei kürzerer Ziehdauer eher anregende Wirkung, bei längerer beruhigend! Der Mate-Tee wirkt bei 5 Minuten Ziehdauer anregend, bei 10 Minuten beruhigend.

 

Mate-Tee zum Frühstück oder

Abendessen

1 Liter Wasser mit 3 Esslöffeln Mate knapp zum Kochen bringen. Pfanne sofort vom Feuer nehmen, etwas kaltes Wasser hinzufügen, setzen lassen. Je nach Geschmack mit Honig, Rohrzucker oder Stevia süssen, mit anderen Kräutern verfeinern. Mate kann auch mit Milch serviert werden. Diesem Mate können der Saft einer halben Zitrone sowie Eiswürfel beifügt werden. Eiskalt als Erfrischung trinken!

 

Mate-Tee mit Milch

3 Teelöffel Yerba Mate in ein Gefäss geben, ¼ dl kalte Milch beifügen, beides mit einem Liter knapp kochendem Wasser übergiessen, rund 4-8 Minuten ziehen lassen. Ein speziell feiner Genuss!